Elektromobilität kommt auch nach Baden-Württemberg

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG und die Daimler AG hatten nach Stuttgart eingeladen, um den Start der gemeinsamen Initiative „e-mobility Baden-Württemberg“ zu verkünden. Mit dabei war auch der Baden-Württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus, der der Initiative auch die Unterstützung des Landes zusagte. Daimler, die EnBW und das Land sind sich darüber einig, dass der Elektromobilität in der Zukunft eine wachsende Bedeutung zukommt. Das Land Baden-Württemberg, als Autoland werde sich auf diesen Wechsel vorbereiten, um den Standortvorteil zu wahren, erklärte Mappus. Von 2010 bis 2014 sollen 30 Millionen Euro in die dafür notwendigen Struktur- und Entwicklungsmaßnahmen fließen.

Boris Palmer mit E-Smart

Boris Palmer mit E-Smart

In dem Zusammenhang betonte der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dr. Dieter Zetsche, der Autobauer strebe an, noch „schwäbischere“ Motoren zu bauen. Die vorhandenen Aggregate seien zwar schon ziemlich „schwäbisch“, sie sollen in der Zukunft noch sparsamer werden. Bei der Elektromobilität stehen am Anfang der Vito, der als erster Transporter serienmäßig als Elektrofahrzeug gebaut wird und der Smart Electric Drive, von dem in diesem Jahr 1500 Einheiten produziert werden sollen, 500 mehr als ursprünglich geplant.

Daimler will sich allerdings nicht nur auf den reinen Elektroantrieb konzentrieren. Das Unternehmen sieht einen weiteren Schwerpunkt bei den Wasserstofffahrzeugen. Diese seien mit einer Reichweite von 400 Kilometern voll alttagstauglich und emittierten keinerlei CO2.

Zetsche sieht diese Investitionen in die Forschung auch als Sicherung der Arbeitsplätze, denn dadurch werde das Unternehmen fit für die Zukunft gemacht. „Wir lassen uns nicht vom Wandel treiben – wir gestalten ihn!“, nannte er als Unternehmenscredo.

Hans-Peter Villis, der Vorstandsvorsitzende der EnBW fügte hinzu, das Automobil und der Strom seien aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Um die Elektromobilität zu unterstützen wird der Energiekonzern bis zum Jahr 2011 insgesamt 700 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge anbieten. Zudem sei landesweit die Errichtung von zwei bis drei Wasserstofftankstellen geplant.

Für ein umfassendes deutschlandweites Tankstellennetz (alle 35 km) brauche man insgesamt 1000 Stationen, so Villis. Damit würden Kosten von circa 1,4 Milliarden entstehen. Zetsche merkte dazu mit einem Lächeln an, dass das der Betrag sei, den eine Landesbank schon einmal in einer Woche abschreibe. Mappus, der sich damit auf die Situation der baden-württembergischen Landesbank angesprochen sah, konterte darauf augenzwinkernd, der Betrag, den Daimler mit Chrysler verloren habe, hätte dazu ausgereicht, ganz Europa mit einem entsprechenden Tankstellennetz zu versorgen.

Während einer kurzen Testfahrt mit der B-Klasse F-Cell konnten wir uns von den Qualitäten des Antriebs überzeugen. Bei der Beschleunigung zeigte der mit einer Brennstoffzelle gekoppelte Elektroantrieb überzeugende Daten. Er beschleunigt in 11,4 Sekunden ohne Schaltruck auf 100 km/h. Ihre Höchstgeschwindigkeit soll diese B-Klasse mit 170 km/h erreichen. Der Navigationsbildschirm gibt, wenn gewollt, Informationen über den Lade- und Kraftstoffzustand. Unter Ausnutzung der kompletten Kapazitäten gibt der Hersteller eine Reichweite von 385 Kilometern an.

Mit dem heutigen Tag ist die Elektromobilität wieder ein Stück mehr in Deutschland angekommen. Das Interesse der Kunden wird zeigen, wie schnell sie Fuß fassen wird. (ampnet/nic)

Suchanfragen:

  • martin baden unter uns
  • eMobility EnBW
  • enbw smart
  • mobility
13:55 | by Gerd Braas

Leave a Reply

Facebook People

ARCHIV