Jeder vierte Unfall ist eine Mehrfachkollision

ADAC-Unfallforschung: Eine Kollision mit geringer Überdeckung ist oftmals gefährlicher als der Direktaufprall.  Foto: billiger-autofahren24.de / ADAC

ADAC-Unfallforschung: Eine Kollision mit geringer Überdeckung ist oftmals gefährlicher als der Direktaufprall. Foto: billiger-autofahren24.de / ADAC

Die ADAC-Unfallforschung hat ermittelt, dass es bei jedem vierten Unfall zu Mehrfachkollisionen kommt. Dabei trifft das Fahrzeug beispielsweise nach einem Zusammenprall mit einem anderen Auto noch auf ein weiteres Hindernis.

Dadurch steigt das Verletzungsrisiko um etwa fünf Prozent. Miteinander kommunizierende Sicherheitssysteme sowie ein automatischer Notbremsassistent könnten die Unfallschwere bei einer Mehrfachkollision mindern. Autohersteller müssten diesem Thema mehr Aufmerksamkeit widmen, fordert der Automobilclub. In Crash-Versuchen zeigte der ADAC, dass Streifkollisionen, in denen die Autos mit geringer Überdeckung aufeinandertreffen, gefährlicher sein können als der direkte Zusammenstoß zweier Pkw, bei dem beide Fahrzeuge ihre jeweilige Knautschzone voll ausnutzen. Bei Streifkollisionen kommen Fahrzeuge nicht zum Stillstand, sondern schrammen aneinander vorbei. Um die Gefahr zu vermeiden, dass diese Autos auf weitere Verkehrsteilnehmer oder feste Barrieren treffen, sollte eine automatische Notbremsfunktion aktiviert werden, sobald der Airbag ausgelöst wird. So kann der Pkw innerhalb weniger Meter nach dem ersten Zusammenprall zum Stehen kommen.

Ähnlich prekär sei die Situation bei Überschlagunfällen. Bei 17 Prozent der von der ADAC Unfallforschung untersuchten Unfälle kommt es zu einem Fahrzeugüberschlag. Kopfverletzungen sind dabei häufig (62 Prozent). Dass auch dieses Thema von den Herstellern unterschätzt werde, zeige sich daran, dass, im Gegensatz zu den USA, in Europa nur selten Sensoren zur Erkennung eines Überschlags in den Autos verbaut sind. Auch sind nach ADAC-Einschätzung die europäischen Kopfairbagsysteme noch nicht ideal für den Unfall mit Überschlag geeignet. Häufig geht einem Überschlag ein Schleudern voraus. Das ESP, das Schleudervorgänge registriert, könnte diese, wenn es mit dem Airbagsystem vernetzt wäre, melden und die Airbags in eine Art „Lauerstellung“ bringen. In der Regel sind Airbags und ESP aber unabhängig voneinander funktionierende Systeme. Tauschten beide jedoch Informationen aus, könne das ESP bei Schleudervorgängen die Airbags vor einer drohenden Kollision warnen. Der auslösende Airbag könnte dem ESP dann einen Befehl zur automatischen Notbremsung geben. (ampnet/jri)

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09:21 | by Gerd Braas

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