Ratgeber: Erste Hilfe bei einer Reifenpanne

Reifenpanne.  Foto:  billiger-autofahren24.de/ACE

Reifenpanne. Foto: billiger-autofahren24.de/ACE

Der Auto Club Europa (ACE) hat jetzt in einem Ratgeber drei der gängigen Hilfe-Methoden bei einer Reifenpanne vorgestellt.

Noch weit verbreitet und gleichermaßen zweckmäßig ist es, für den Fall der Fälle im Kofferraum über ein vollwertiges Ersatzrad zu verfügen. Stattdessen kann auch ein Pannenhilfeset mit integriertem Kompressor helfen. Zudem kann es sinnvoll sein, einen nicht auf einer Felge montierten passenden Ersatzreifen im Auto mitzuführen, der dann in einer Werkstatt aufgezogen wird, denn nicht alle Kfz-Betriebe haben kurzfristig den richtigen Reifen zum bereits vorhandenen Reifensatz vorrätig. Ein mitgeführtes fertiges Ersatzrad erspart vor Ort die langwierige Suche nach einem genau passenden Reifen des gleichen Typs. Auch einen mit- oder angelieferten Reifen zu montieren ist für eine Kfz-Werkstatt eine leichte Übung und zudem kostengünstig. Kleine Schäden lassen sich laut ACE mit einem Reifenpannenset in den meisten Fällen abdichten – dies erspart den lästigen Reifenwechsel am Straßenrand. Das Fortkommen ist dann zwar gesichert, doch vor dem Zurücklegen längerer Strecken sollte der schadhafte Reifen bald ersetzt werden.

Die mit Reifendichtmittel gefüllte Druckdose kann vorübergehend die Mobilität sichern und beansprucht nur wenig Platz im Kofferraum. Kleinere Durchstiche von Schrauben oder Nägeln bis circa sechs Millimeter lassen sich abdichten. Am Schlauchende befindet sich ein Füllstück, das direkt auf das Ventil geschraubt wird. Durch den Druck auf das Flaschenventil wird das Dichtmittel in den Reifen gepumpt und gleichzeitig ein gewisser Fülldruck hergestellt. Danach muss das Auto sofort bewegt werden, um das Dichtmittel im Reifen zu verteilen. Nur selten reicht der Fülldruck aus der Dose aber aus, um sicher eine Tankstelle zu erreichen, an der in jedem Fall zusätzliche Luft eingefüllt werden muss, zumal das Loch auch erst mit einiger Verzögerung abgedichtet wird und anschließend meist das Ventil verklebt ist.

Der Inhalt und Fülldruck reicht nur bei kleinen Reifen aus, das Tempo muss auf maximal 50 bis 60 km/h gedrosselt werden. Das Produkt sei meist relativ teuer, biete aber nur geringe Aussicht auf erfolgreiche Abdichtung, gibt der ACE zu bedenken. Es hinterlässt Verschmutzungen im Inneren des Reifens, im Ventil und auf der Felge; eine anschließende Reparatur des Reifens ist dann ausgeschlossen.

Bei einem Pannenset, wie es auch bei vielen modernen Autos inzwischen zur Grundausstattung gehört, ist eine zuverlässige Abdichtung von kleineren Schäden durchaus möglich. Der Fremdkörper muss vorher entfernt werden. Der integrierte Kompressor schafft es, den Reifen bis zum vorgeschriebenen Fülldruck aufzupumpen.

Der über den Zigarettenanzünder betriebene Kompressor kann bei Bedarf auch dazu genutzt werden, beispielsweise eine Luftmatratze aufzublasen. Es gibt im Handel verschiedene Versionen, bei denen entweder das Dichtmittel sofort mit in den Reifen geblasen oder nach Entfernen des Ventileinsatzes zunächst von Hand eingefüllt wird. Die ACE-Pannenhilfeexperten machen darauf aufmerksam, dass ebenso wie beim Einsatz eines Dichtmittels aus der Dose danach auch hier eine reguläre Reifenreparatur nicht mehr möglich ist.

Sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, spricht nach Einschätzung der ACE-Fachleute nichts gegen eine fachgerechte Reparatur eines beschädigten Reifens. Dabei wird in der Kfz-Werkstatt der Einstichkanal durch ein selbstvulkanisierendes, faserbasiertes Füllband verschlossen und der Reifen bleibt anschließend in vollem Umfang einsatzfähig. Nach einer zu befolgenden Reifen-Reparatur-Richtlinie muss die Schadstelle zusätzlich von innen versiegelt werden, was eine Demontage und eventuell ein anschließendes Auswuchten des Rades nötig macht. Doch unterm Strich kann eine in der Werkstatt vorgenommene Reparatur die wirtschaftlichste und zuverlässigste Lösung sein.

07:53 | by Gerd Braas

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